Denise Roth-Oberhänsli, 21.04.1944 - 10.01.2012

Erstellt am | Autor Josef Kuhn, Seelsorger, Vorstandsmitglied Verein Jakobsweg.ch

Winterufer„ Unerwartet hat unsere Mutter ihre Lebenswanderung beendet und all ihre Wegbegleiterinnen zurückgelassen um ihre letzte Wanderung anzutreten.“

Diese Mitteilung der Töchter von Denise traf uns wie ein Blitz aus heiterem Himmel, haben wir doch erst noch miteinander diskutiert oder telefoniert. Die alte Volksweisheit: Wie das Leben so der Tod, bewahrheitet sich einmal mehr bei Denise; unerwartet taucht sie auf, unerwartet verlässt sie uns im erholsamen Schlaf. Denise war nicht eine Frau der Öffentlichkeit, aber überall, wo sie mitmachte, hinterliess sie tiefe Spuren, engagierte sie sich mit ganzem Herzen. Bei der Gründung des Vereins Jakobsweg.ch war sie begeisternd dabei und stellte ihre buchhalterische Kenntnis zur Verfügung. Durch ihre realistische Betrachtungsweise holte sie den Vorstand beim Planen von Zukunftsperspektiven öfters auf den Boden der Realität zurück. Ein Herzensanliegen war ihr auch die fruchtbringende Zusammenarbeit zwischen dem älteren Verein: Les Amis du Chemin de Saint-Jacques und unserem Verein.

Als vor 12 Jahren ihr Gatte Hans Roth durch einen plötzlichen Tod dahinschied, liess Denise sich nicht entmutigen, sie machte sich auf den Weg und pilgerte nach Santiago. Dort angekommen, ging sie, wie es ihrem Naturell entspricht, aufs Ganze, auch nach finis terrae. Ihre Pilgererlebnisse bestimmten von nun an ihr Leben, auf Anfragen hin, erzählte sie gerne und begeisternd darüber, organisierte einzelne Etappen auf dem schweizerischen Pilgerweg.

Denise, wir werden dich wirklich vermissen, bewundern deinen Mut und deine Offenheit, beneiden dich, denn du bist uns einen Schritt voraus, heisst doch bei deiner Todesanzeige:

Am Ende
wird auch für mich
sich die Grenze öffnen
und trotz aller Angst
werd ich springen
ins leuchtende Du