Rund 180'000 pilgerten 2011 auf Jakobswegen nach Santiago

Erstellt am | Autor kathweb Nachrichten, Anton Wintersteller

Gemälde: Eva Stramer Nichols

Bild: Eva Stramer Nichols, USA

Rund 180'000 pilgerten 2011 auf Jakobswegen nach Santiago; Die Statistik zeigt eine ungebremste Beliebtheit der Fußpilgerwege quer durch Europa.

Pilgern auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela bleibt ein starker europäischer Trend: So haben 180.000 Pilger im vergangenen Jahr 2011 das spanische Wallfahrtsheiligtum als Pilger erreicht. Sie haben dabei mindestens einige hundert Kilometer auf einem der vielen internationalen Jakobswege zurückgelegt. "Die meisten pilgerten zu Fuß, einige mit dem Fahrrad, 491 kamen zu Pferd und 32 mit dem Rollstuhl", so Anton Wintersteller vom Verein der Jakobswege in Österreich am Dienstag gegenüber "Kathpress".

Nach dem Jakobsjahr 2010 ("Heiliges Jahr") mit der Rekordzahl von 272.000 Pilgern sei die "Pilgerschar 2011 auf hohem Niveau geblieben", sagte Wintersteller, der auf das vergleichbare letzte "Normaljahr" verwies, wo 2009 insgesamt 146.000 nach Santiago kamen. Laut Statistik pilgern mehr Männer (58 Prozent) als Frauen (42 Prozent) nach Santiago. Der Anteil der bis 30-Jährigen liegt bei 28 Prozent, aus der Altersgruppe der 30- bis 60-Jährigen kommen 57 Prozent.

Wintersteller schätzt, dass im letzten Jahr etwa 4.000 Pilger auf den heimischen Jakobswegen unterwegs waren und ebenso viele auf den europäischen Pilgerwegen. Das steigende Interesse am Pilgern liegt laut Wintersteller auch am großen Pilgerwegenetz in Österreich, immer beliebter seien die Teilwegstrecken Richtung Santiago oder Assisi. Umso erfreulicher sei das transnationale Projekt "Europäische Jakobswege", an dem sich die Schweiz, Deutschland, Italien, Ungarn, Polen und Österreich beteiligen. Geplant seien die "Verbesserung der Wege, der Infrastruktur und der Informationsangebote sowie neue Initiativen zur Qualifizierung von Pilgerbegleitern und zur Stärkung der Gastfreundschaft", so der Vorsitzender vom Verein Jakobswege Österreichs.

Die Statistiken der letzten Jahre machten deutlich, dass der Jakobsweg und Santiago "Magneten" für Menschen bleiben, die sich aus ganz unterschiedlichen Motiven auf den Weg machen. Allen gemeinsam sei, "dass sie aufbrechen, sich dem Fremden stellen und für neue Erfahrungen öffnen, um nach Sinn und eine Antwort auf Fragen des Lebens zu suchen", so Wintersteller.

(Details zur Statistik: www.jakobsportal.de)