Der erste Tag dieser Zweitagesetappe beginnt entlang des Melchaatobels. Im Wallfahrtsort Melchtal ist die neubarocke, reich ausgestattete Wallfahrtskirche einen Besuch wert. Die Wallfahrtskirche hat einen sehr engen Bezug zum Hl. Bruder Klaus. So ist eine Reliquie von ihm zur Verehrung in der Gnadenkapelle ausgestellt. Geweiht ist die Wallfahrtskirche jedoch der Gottesmutter Maria, welche auch von Bruder Klaus innig verehrt wurde. Das Benediktinerinnenkloster bietet Gästezimmer und Führungen an. Voranmeldung erforderlich. Frauen finden im «Kloster auf Zeit» im Melchtal einen Ort der Ruhe.

Weiter führt der Weg Richtung Melchsee-Frutt. Kurz vor der Talstation der Melchsee-Frutt- Bahn sieht man westlich auf der Anhöhe die Alp Chlisterli, wo Niklaus von Flüe jeweils die Alpzeit verbracht hat. Vor seiner Niederlassung als Einsiedler im Ranft hatte sich Bruder Klaus auf der Alp Chlisterli im Melchtal versteckt. Im 18. Jahrhundert wurde dort eine kleine Bergkapelle erbaut. Weiter geht es Richtung Stöckalp und auf dem alten Fruttweg hinauf zur Melchsee-Frutt (1920 m.ü.M). Von der Stöckalp bis Melchsee- Frutt kann auch die Bergbahn benutzt werden.


Bei gutem Wetter ist der Klettergarten am Bonistock ein beliebter Zeitvertreib für Anfänger und fortgeschrittene Kletterer. Im hier vorherrschenden Karstfels haben sich über Jahrtausende Höhlensysteme gebildet, die noch immer Gegenstand von Forschungen sind. Mit etwas Glück hört man auf der Melchsee-Frutt am Abend den traditionellen Betruf der Älpler. Bei einem zusätzlichen Wandertag erreicht man von der Melchsee-Frutt her den Mittelpunkt der Schweiz auf der Älggi-Alp. Auf 1650 m.ü.M. locken Wiesen und Weiden, Tannen und Felsen, das Berggasthaus, der 200m höher gelegene Seefeldsee, der sich wunderbar zum Fischen eignet und diverse kleine Wasserfälle.

Nach der Übernachtung in einem der Gasthäuser auf Melchsee-Frutt setzt sich der Weg entlang der Vier-Seen-Wanderung fort: Mit fantastischem Ausblick auf die Innerschweizer Bergwelt mit Titlis führt die Wanderung vorbei am Melchsee, am Tannensee und am Engstlensee zum Jochpass (2200 m.ü.M). Es folgt der Abstieg zum Trübsee, wo in eindrücklicher Naturlandschaft die Trübseekapelle steht. Die Kapelle, die zwischen Nadelbäumen steht, stellt eine architektonische Besonderheit dar. Mit seinem Rundbau für die Kapelle auf Trübsee hat Arnold Stöckli im Jahr 1935, unmittelbar nach dem Studium, seinen Ruf als moderner Gestalter begründet.

Wer will, nimmt in Trübsee die Gondelbahn ins Klosterdorf Engelberg und verkürzt die Wanderung um zwei Stunden. Das Benediktinerkloster Engelberg prägt die Geschichte des Hochtals seit dem Jahr 1120. Herz und Mitte des Klosters ist die barocke Klosterkirche. Das barocke Klostergeviert umfasst die Kirche mit der Sakristei und die Bibliothek im Norden, den Gästeflügel mit der Klosterpforte im Westen und den Klausurtrakt im Osten. Die Kirche des Klosters Engelberg wurde mehrmals durch Brände ganz oder teilweise zerstört. Der heutige Bau stammt aus dem Jahr 1737. Beeindruckend sind die grösste Orgel der Schweiz und der Barocksaal im Klostertrakt. Es finden Kurse, Besinnungs-wochenenden, Führungen sowie Kulturveranstaltungen statt. Die Klostergemeinschaft ermöglicht Aufenthalte im Kloster. Die Schaukäserei im Klosterareal bietet Besonderheiten für Auge und Gaumen. Die Umgebung von Engelberg mit Titlis und Brunni sind bekannt als Wintersportort und als Wandergebiet für unterschiedliche Ansprüche. Diese Zweitagesetappe kann nur bei gutem Bergwetter und im Sommerhalbjahr begangen werden.