Hergiswald, der Ausgangspunkt der Wanderung, ist ein kunsthistorisch bedeutender Wallfahrtsort. Der Ursprung reicht auf die Einsiedelei von Bruder Johann Wagner bis ins Jahr 1489 zurück. Die Decke der Wallfahrtskirche zieren Gemälde aus dem 17.Jahrhundert. Der Bilderhimmel besteht aus insgesamt 324 Tafeln und ist der weltweit umfangreichste Zyklus seiner Art. Neben dem Hochaltar, dem östlichen Marien-, respektive Sakramentsaltar und dem gegenüberliegenden Felixaltar sind die Glasgemälde auffallend. Das Innere der Loretokapelle wiederholt möglichst massstabgetreu die wichtigsten Elemente des italienischen Originals. Diese kunsthistorischen Schätze und die Geschichte der Wallfahrtskirche machen Hergiswald zu einem europäisch einmaligen Ort.

Von Hergiswald aus führt die Etappe entlang des Rosenkranzwegs hinab zur Hergiswald-Holzbrücke. Der Weg führt weiter durch Wälder und Wiesen Richtung Krienseregg. Mutige testen dort im Seilpark ihre Nerven. Oder Sie erleben die wundervolle Moorlandschaft und das Plätschern der Pilatusbäche. Auf dem Rundgang durch das Forenmoos erfahren Sie alles über die Schutzwürdigkeit der naturnahen Lebensräume auf der Krienseregg bis hin zum respektvollen Umgang mit der Natur.

An der Schönenboden-Hütte vorbei gelangen die Wanderer zur schlichten Rengg-Kapelle. Sie liegt im südlichen Teil der Gemeinde Hergiswil beim Renggpass-Übergang und ist der Schmerzensmutter Maria geweiht. Der historische Berg-Sattel Rengg, 891 m.ü.M, war einst ein vielbegangener Pass-Übergang zwischen Obwalden und der Stadt Luzern. Vor dem Bau der Brünigstrasse war dies der einzige Landweg dem Lopper entlang und die kürzeste Landverbindung zum Brünig. Da mag mancher Wanderer bei der Schmerzensmutter eine kurze Gebetsrast eingelegt haben.


Wer einen Abstecher zur Glasi Hergiswil macht, der kann den Handwerkern bei ihrer rhythmischen Arbeit zuschauen und selber entdecken, wie mit handwerklichem Geschick aus der glühenden Masse Gläser geformt, geblasen und gegossen werden.

Weiter geht es nach Alpnachstad, dem Ausgangspunkt für Ausflüge auf den Pilatus oder mit dem Schiff auf dem Vierwaldstättersee. Vorbei an saftig blühenden Alpenwiesen, klaren Bergbächen und faszinierenden Felsklippen bahnt sich die seit 1889 steilste Zahnradbahn der Welt ihren Weg von Alpnachstad nach Pilatus Kulm.

Am nächsten Tag zeigt sich zuerst die Riedlandschaft am Alpnachersee, es geht entlang der Sarneraa und des Wichelsees nach Sarnen. Dort lohnt sich ein Besuch des Sarner Jesus-Kinds im Frauenkloster St. Andreas. Das Sarner Jesuskind ist eine 50 Zentimeter hohe gotische Holzfigur aus dem 14. Jahrhundert. Das Jesuskind wird von Gläubigen verehrt und macht das Frauenkloster Sarnen zum viel besuchten Wallfahrtsort. Über den Seeuferweg am Sarnersee erreicht man Sachseln. Die Pfarrkirche in Sachseln, 1672 – 84 erbaut, beherbergt seit 1679 das Grab des Niklaus von Flüe, auch Bruder Klaus genannt. Die Reliquien sind in einer silbergetriebenen Figur gefasst, integriert in den Zelebrationsaltar. Neben der Pfarrkirche befindet sich die Grabkapelle mit dem ursprünglichen Grab von Bruder Klaus. Er wurde 1487 in der alten Kirche beerdigt.

Hoch über dem Dorf Sachseln befindet sich das Flüeli und in der Melchaaschlucht der Ranft, wo Niklaus von Flüe als Eremit lebte. Seine Einsiedlerzelle ist an die obere Ranft-Kapelle angelehnt und entspricht nach Form und Material noch weitgehend dem Originalbestand. Sachseln/Flüeli-Ranft mit den Wohnstätten des Niklaus von Flüe ist ein inspirierender Ort für Pilger aus aller Welt. Er lädt zum geruhsamen Verweilen ein und bietet eine Fülle von Ausflugsmöglichkeiten in der näheren und weiteren Umgebung.