In der Mitte des Dorfes Curtilles weist uns die Markierung des Jakobsweges nach links. Schade jedoch, wenn man nicht dem Wegweiser zur Kirche folgt. Der Chor der Petruskirche stammt aus dem 13., der für unsere Gegenden spezielle Glockenturm aus dem 15. Jahrhundert. Vom Kirchenhügel hat man einen schönen Blick auf das Schloss Lucens auf der anderen Talseite. Verwundert wird sich vor allem der mit der Schweizer Geschichte nicht besonders Bewandte fragen, was dort wohl das riesige Berner Wappen zu bedeuten hat. Bis zur grossen Umbruchzeit der französischen Revolution war der Kanton Waadt Herrschaftsgebiet von Bern und auf dem Schloss herrschte dessen Landvogt. Der schöne Platz vor der Kirche lädt zu einer Rast ein.
Setzt man den Weg auf der markierten Route fort fällt auf der anderen Talseite bald ein lang gezogenes, modernes Bauwerk auf.
Hier wurde im Verlauf der 1960er Jahre das unterirdische Versuchsatomkraftwerk Lucens (VAKL) erbaut und am 29. Januar 1968 erstmals in der Schweiz Elektrizität mit Hilfe von Kernkraft erzeugt. Nach kurzer Betriebszeit ereignete sich am 21. Januar 1969 ein folgenschwerer Zwischenfall. Es kam nach Problemen mit dem Kühlsystem zu einer partiellen Kernschmelze. Radioaktive Gase entwichen in die Kaverne, die aber isoliert und versiegelt werden konnte.
Ein Ort, um über die Grenzen der Technik nachzudenken.

Ausgangspunkt:
Dorfmitte Curtilles, der Weg zur Kirche ist signalisiert

Zeitbedarf:
Inklusive kleiner Umweg: ½ Stunde

Infos: www.curtilles.ch/eglisehist.htm
Den Schlüssel für die Kirche hütet Frau Jacqueline Perruset. Sie wohnt im ersten Haus an der kleinen Querstrasse direkt vor der Kirche und ist im Telefonbuch nicht eingetragen. Weiter kann der Schlüssel abgeholt werden im Café Fédéral, 1521 Curtilles, 021 906 73 03 (direkt auf dem markierten Jakobsweg). Es ist zu empfehlen, den Zugang zur Kirche im Voraus sicher zu stellen.

Öffentlicher Verkehr:
Bahnhof Lucens, zu Fuss 20 Minuten
 

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