Le Landeron

Wir verlassen die historische Altstadt von La Neuveville/Neuenstadt bergseitig. So kommen wir bald an der hübschen katholischen Kirche vorbei. Am Fusse des Schlossberges führt der Weg zu den Kaskaden. Bei diesem Wasserlauf überschreiten wir die Kantonsgrenze und verlassen auch endgültig das Gebiet des ehemaligen Fürstbistums Basel, das wir schon wenige Kilometer nach unserem Start in Basel erstmals betreten haben. Nun sind wir zwar im protestantischen Kanton Neuenburg. Da aber das schon bald ins Blickfeld kommende Städtchen Le Landeron der Ambassadorenstadt Solothurn jahrhundertelang Söldner und Wein lieferte, blieb es – wohl aus geschäftlichen Gründen - beim alten Glauben. Die Altstadt ist äusserst idyllisch, jedoch leicht verschlafen. Sehenswert sind die Kapelle der „zehntausend Märtyrer“ und das Museum im Hôtel de Ville.

Kirche in Erlach/Cerlier

Auf der anderen Seite des Zielkanals möchte man gerne das ehemalige Benediktinerkloster St. Johannsen besichtigen. Aber der ganze Gebäudekomplex gehört heute zu einer Strafvollzugsanstalt mit Landwirtschaft und ist nur beschränkt zugänglich. Ausnahmen sind der „Hannsenladen“ (Verkaufspunkt für Produkte aus eigener Landwirtschaft und den Ateliers), Museum (Besuch nur nach Voranmeldung) und gelegentliche Konzerte.
Das Kloster ist eine Gründung von Kuno von Fénis, Bischof von Lausanne (1093) und wurde zunächst von Mönchen aus St. Blasien im Schwarzwald bevölkert. Von jetzt an führt der Weg Richtung Osten dem See entlang ins idyllische Städtchen Erlach/Cerlier. Wer mag, kann noch zum Schloss hochsteigen. In der heute protestantischen Kirche hat ein Fresko mit einer lächelnden Heiligen Verena die Jahrhunderte überdauert.

Freske in der Kirche Vinelz

Jetzt geht es wieder südwärts, hoch nach Vinelz/Fénis, wo sich ein Besuch der Dorfkirche empfiehlt. Wir entdecken neben einem Fresko mit Christophorus, dem Schutzpatron der Wanderer, als weiteres Wandgemälde “In Abrahams Schoss” (um 1300). Das gleiche Motiv gibt es im Bogenscheitel des Hauptportals des Basler Münsters (um 1280). 

Bei einem Vergleich der beiden Darstellungen fällt auf, dass der heilige Martin in Vinelz das Schwert erhoben hat, in Basel dagegen gesenkt hält. Kann diese Geste symbolisch z.B. im Zusammenhang mit dem Investiturstreit gelesen werden?
Bald nach dem Verlassen des Dorfes führt unser Weg am bewaldeten Schaltenrain vorbei. Dort finden sich die Überreste der Hasenburg, Sitz des Geschlechts von Fénis.

Brunnen bei St. Jodel

 

 

 

Aus dieser Adelsfamilie stammen die beiden Bischöfe Burkhart und Kuno, denen wir auf unserem Weg nun mehrmals begegnet sind. Nun steigt der Weg leicht über die Anhöhe von St. Jodel nach Ins. Nur von einem einzigen Punkt auf St. Jodel aus hat man alle drei Seen des Dreiseenlandes im Blick. St. Jodel erinnert wohl an eine einstige Kapelle, wo der populäre Pestheilige Jodocus/Jost angerufen wurde.

 

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