Die heutige Etappe führt uns durch ein Gebiet, in dem Länder und Kantone ziemlich bunt gemischt sind. Um es einfach zu machen, der Kanton Schaffhausen, dessen Hautstadt Schaffhausen heute unser Etappenort ist, liegt fast gesamthaft auf der rechten Rheinseite, Wir wandern praktisch den ganzen Tag auf der linken Rheinseite und betreten Schaffhausen somit erst ganz am Schluss der Etappe. Wir wandern vorwiegend im Kanton Thurgau, genau genommen bis wir am ehemaligen Kloster Altparadies vorbeigekommen sind. Die nächste Gemeinde Feuerthalen liegt dann im Kanton Zürich, und von hier aus betreten wir über den Rhein den Kanton Schaffhausen.

Anspruchsvoller ist es auf der anderen Rheinseite. Am Startort Mammern gehört das andere Ufer noch zu Deutschland, aber das wechselt bereits kurz vor Stein am Rhein, das auf beiden Rheinseiten und im östlichen Teil des Kantons Schaffhausen liegt. Dieser östliche Teil von Schaffhausen liegt fast ausschliesslich nördlich des Rheins, mit einem kleinen Brückenkopf am linken Ufer. Der Rhein wird also in der Folge die Kantonsgrenze zwischen Thurgau links und Schaffhausen rechts. Das bleibt so, bis wir Rheinklingen verlassen haben. Dann folgt rechtsufrig wieder ein Landstreifen mit deutschen Orten wie Gaillingen und Gottmaddingen, die nördlich Richtung Singen ohne Grenzübertritt mit dem Rest von Baden Württemberg verbunden sind. Anschliessend folgt der westliche Teil des Kantons Schaffhausen mit der Stadt Schaffhausen, der vom östlichen Kantonsteil getrennt ist. Um die Verwirrung vollständig zu machen liegt im westlichen Kantonsteil noch die deutsche Exklave Büsingen am Hochrhein, Richtung Deutschland umgeben von Schaffhausen.

Es liegt auf der Hand, dass bei solchen Grenzverläufen, die mehr einem Puzzle als Planquadraten gleichen, liberale, grenzübergreifende, gutnachbarliche Beziehungen und Zusammenarbeit sinnvoll oder sogar unumgänglich sind, wie das in anderen Grenzregionen oft auch der Fall ist.

Unsere Etappe endet beim Bahnhof Schaffhausen. Die Festung Munot sowie die Altstadt sind besuchenswerte Wahrzeichen der Stadt.

Hinweis(e)

Den Pilgerweg vom Koblenz/Kreuzlingen dem Rhein entlang bis Basel nennen wir hier «Hochrhein-Weg». Auf diesen Weg trifft eine ganze Reihe von Pilgerwegen aus dem Bundesland Baden-Württemberg und dem Freistaat Bayern, sei es über den Bodensee oder einfach direkt an den Rhein. Die meisten dieser Wege gehen weiter in die Zentralschweiz. Der Hochrhein-Weg bietet aber auch die Option im Grenzgebiet Schweiz - Deutschland bis Basel zu wandern, und sich dort für die Burgunderpforte nach Frankreich zu entscheiden oder für den Weg durch den Jura und die Westschweiz nach Genf, um etwas direkter Le-Puy-En-Velay zu erreichen.