Pilgern geschieht stets im Jetzt. Ich stelle mich auf die Etappe ein, die heute vor mir liegt, will offen sein für den jeweils neuen Tag und mich anregen lassen durch das, was mir heute begegnet. Irgendwann blicke ich zurück auf die Etappen, die bereits hinter mir liegen und nach vorne auf die Wegstrecke, die ich noch gehen möchte. Entscheidend aber ist der jeweilige Augenblick. 

Wenn ich länger unterwegs bin, geht mein Blick meistens nicht nur auf den Pilgerweg zurück, sondern auch auf den Lebensweg, der hinter mir liegt, und der Blick nach vorne richtet sich nicht nur darauf, was auf dem Jakobsweg auf mich zu kommt, sondern auch auf dem vor mir liegenden Lebensweg.

Solche Erfahrungen haben uns Pilger bestätigt, die sich darauf überhaupt nicht eingestellt hatten. Einer erzählte: „Ich hatte gar nicht vor, über mein Leben nachzudenken, doch dann träumte ich in den ersten Pilgernächten intensiv von meiner Kindheit. Beim Gehen habe ich mich dann einige Tage auf diese Zeit konzentriert. Dabei sind mir Situtionen bewusst geworden, die ich längst vergessen hatte.“
Zahlreiche Menschen machen sich gezielt auf den Weg, um für solches Nachdenken Gelegenheit und Zeit zu finden. Viele von ihnen befinden sich in einer Schwellensituation und möchten diese bewusst gestalten und reflektieren. Sie möchten in Ruhe anschauen, was sie bisher erlebt haben, und die Vorstellungen, Erwartungen oder Befürchtungen klären, die sie im Blick auf den neuen Lebensabschnitt haben. Für sie ist Pilgern ein bewusster „Passageritus“.

Pilgern zu Beginn der dritten Lebensphase. Lebensübergänge gibt es in jedem Alter und aufgrund sehr unterschiedlicher Ursachen. Ein tief einschneidender Übergang ist der Ausstieg aus dem Erwerbsleben. Die Entpflichtung von bisherigen Aufgaben schenkt Freiräume, die zu gestalten sind. Ich nehme Abschied von eingespielten Tagesabläufen, von der durch den Beruf erlebten Befriedigung und von dem am Arbeitsplatz erlebten sozialen Netz. Ich orientiere mich in der weitgehend selbstbestimmten Lebensphase neu. Zu den gewonnenen Freiheiten gehört die Möglichkeit, dass ich mir einen schon lange gehegten Wunsch erfülle und nach Santiago de Compostela pilgere. Ich nutze die Zeit, um Bilanz zu ziehen und offen zu werden für meine „dritte Lebensphase“.
Die folgenden Anregungen können allen Pilgern Impulse geben. Sie sind aber insbesondere für die gedacht, die sich in Übergangssituationen auf den Weg machen und unter ihnen besonders für die, die aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind.

Pilgern geschieht im Heute

In Schwellensituationen geht der Blick zurück und nach vorne. Dafür nehme ich mir Zeit. Passageriten bieten dafür den geeigneten Rahmen. Man hält auf der Schwelle bewusst inne. Der Pilgerweg kann ein solches Innehalten im Übergang sein. Bevor ich auf mein Leben zurück oder nach vorne schaue, ist es wichtig, dass ich im Augenblick gut unterwegs bin, auf mein „Er-Gehen“ achte.  Ich nehme die Gegenwart bewusst wahr und werde dadurch frei für den Blick zurück und nach vorne. Ich pilgere im „Hier und Jetzt“. Ich achte auf meinen Körper und auf meinen Atem, meinen Rhythmus. Mit all meinen Sinnen nehme ich die Natur wahr, durch die ich heute pilgere. Die folgende Herzmeditation kann mir helfen, gut bei mir und in Beziehung mit anderen zu sein.

Herzmeditation
Ich setze oder lege mich entspannt hin, lege eine Hand auf die Brust und eine auf den Bauch. 
Ich konzentriere mich auf meinen Atem und nehme wahr, wie sich mein Körper hebt und senkt.
Jetzt richte ich meine Aufmerksamkeit auf den Rhythmus meines Herzens und stelle mir dieses bildlich vor.
Ich bitte Gott, mein Herz mit Liebe zu füllen, und spüre dem nach, wie sich Wohlwollen in meinem Körper ausbreitet.   
Wenn mein Herz von Liebe erfüllt ist, kann ich diese Liebe weiterschicken an Menschen,
die mir nahe sind, um die ich mich sorge, die mir Schwierigkeiten machen.
Ich kann einen Dank oder eine Bitte als Gebet anfügen.   

Der Blick zurück – sich erinnern

Wer sich vornimmt, eine Schwellensituation im Leben bewusst zu reflektieren, kann dies sporadisch oder systematisch angehen. Ich kann mir Tag für Tag bestimmte Lebensabschnitte, Texte oder Themen vornehmen oder immer dort einsteigen, wo meine Gedanken mich jeweils hinführen. Wer systematisch vorgeht, sollte sich vor Zwanghaftigkeit schützen, wer eher sporadisch handelt vor Beliebigkeit und Verdrängung.
Die folgenden Ausführungen wollen anregen. Sie sind kein Programm, das abgearbeitet werden muss.

Lebensabschnitte erinnern

In der Schwellensituation frage ich: Wo komme ich her? Was bringe ich mit? Was hat mich geprägt? Bei meiner Lebensbilanz gehe ich systematisch vor.

Ich nehme mir für einzelne PiIgertage einen Lebensabschnitt vor und versuche, möglichst tief in diesen einzutauchen.

- In meine Kindheit 
            früheste Erinnerungen; positive und ein negative Erfahrungen
- In meine Schul- und Jugendzeit
            besondere Erfolgs- und Misserfolgserlebnisse; Freundschaften; erste Liebe;    
- Schullaufbahn; Berufsorientierung etc. 
- Ins frühes Erwachsenenalter
            Abschied aus dem Elternhaus; Einstieg in den Beruf; Partnerschaft und
            Familiengründung etc.
- Ins Erwachsenenalter
            Schwerpunktsetzungen (Beruf und Familie); Freundschaften und Kollegen; Erfolge                 und Misserfolge etc.
- In die Phase vor dem  „Ruhestand“ 
           Erzwungener oder freiwilliger, plötzlicher oder allmählicher Ausstieg?
           Neuorientierung?

Zum Leben gehören immer beide Seiten – das Angenehme und das Unangenehme. Bei der Erinnerungsarbeit ist es wichtig, auf beides zu achten, das Angenehme nicht einseitig zu verklären und das Schwere und Belastende nicht auszublenden. Deshalb stelle ich beim Rückblick auf die einzelnen Phasen bewusst mehrere Fragen. Die folgende Aufzählung ist beispielhaft. Die Fragen können ergänzt oder begrenzt werden. Sie sollen helfen, dass ich nicht in bestimmten Erinnerungen verhaftet bleibe und andere ausblende.

Ich frage im Blick auf die einzelnen Lebensphasen zum Beispiel: 

-    Was war gut?
-    Was war schwierig?
-    Was war schmerzlich?
-    Wer oder was hat mich damals unterstützt?
-    Wofür bin ich dankbar?
-    Wer waren für mich damals wichtige Bezugspersonen?
-    Was habe ich daraus gelernt?
-    Mit welchen Gefühlen erinnere ich mich heute an die einzelnen Ereignisse?
-    Welche Bedeutung hatten sie für mein weiteres Leben?

Was bleibt von der Reflexion der einzelnen Lebensphasen?

  • Was war im Blick auf meine Entwicklung besonders wichtig?
  • Wofür bin ich heute noch dankbar?
  • Was will ich festhalten? Vielleicht in meinem Tagebuch?
  • Was war für mich damals sehr belastend?
  •  Womit und mit wem konnte ich mich damals aussöhnen?
  • Was ist heute noch offen?

Wie kann ich heute mit belastenden Erinnerungen umgehen?

Kann ich sie loslassen? Ablegen? Vielleicht symbolisch,indem ich an einem Wegkreuz einen Stein ablege?  Der Camino führt zum Cruz de Ferro. Auf einem riesigen Steinhaufen steht ein fünf Meter hoher Baumstamm, der von einem Kreuz aus Eisen gekrönt wird. Seit Generationen haben Pilger hier einen mitgebrachten Stein abgelegt, stellvertretend für die Lasten, die sie auf ihrem Pilgerweg loslassen wollen. Und wenn ich die belastende erinnerte Situation nicht einfach loslassen und ablegen kann? Ein Pilger, der in einer persönlichen Lebenskrise unterwegs war, meinte: „Der Pilgerweg ist mein Therapeut. Ich erzähle ihm meine Lebensgeschichte. Er hört einfach zu. Das tut mir gut.“ Immer wieder geschieht es, dass sich unterwegs eine Gelegenheit findet, das Belastende mit einem Mitpilger oder einer Mitpilgerin zu besprechen oder am Etappenziel mit einem Seelsorger oder einer Seelsorgerin.

Vielleicht schreibe ich mir am Abend in einem Brief an die erinnerte Person alles von der Seele. Ich werde ihn nicht abschicken. Schreiben kann entlasten. Ich stecke den den Brief in einen Umschlag und lege diesen für den Rest des Pilgerweges unten in  meinen Rucksack – vielleicht auch nur einige Stichworte als Merkposten. Die Erinnerung soll nicht verloren gehen. Daheim kann ich  sie aufgreifen und – allein, mit jemand Vertrautem oder mit professioneller Hilfe – daran weiterarbeiten. Das Ziel ist die Aussöhnung  mit der Situation oder Person und mit mir selbst.

Längsschnitt-Erinnerungen

Ich kann mich beim Erinnern - wie beschrieben - auf einzelne Lebensabschnitte konzentrieren. Ich kann aber auch bestimmte Themen oder Fragen im Blick auf mein ganzes Leben reflektieren. Wir haben oben darauf aufmerksam gemacht, wie unterwegs spontane Wahrnehmungen zu Symbolen werden können, die mich anregen, über mein Leben nachzudenken.

  • Wo habe ich in meinem Leben Grenzen erlebt und wie habe ich darauf reagiert?
  • Welche Kreuze musste ich tragen und wer oder was hat mir dabei geholfen?
  • Welche Steigungen habe ich im Leben überwunden und in welche Abgründe musste ich blicken?
  • Welche Brücken habe ich in meinem Leben überschritten und wo konnte ich zur „Brücke“ werden?  Etc.  


Ein Pilger erzählte, dass er sich immer wieder Thementage vorgenommen hat. So beschäftigten ihn zum Beispiel

  • an einem Tag alle Frauen, die in seinem Leben eine Rolle gespielt haben – angefangen bei Mutter und Großmutter, über Freundinnen, Ehefrau und Kolleginnen;
  • an einem anderen Tag waren die Männer dran, die Freunde, die Kollegen etc.  

Texte und Erinnerungen- verknüpfen

Ich kann auch anhand von Texten, Liedern und biblischen oder kirchengeschichtlichen Gestalten mit mir und meiner Vergangenheit ins Gespräch kommen. Dabei kann ich aus einer großen Schatztruhe auswählen. Es kann ruhig ein mir vertrauter Bibeltext, ein mir bekanntes Lied oder eine biblische oder kirchengeschichtliche Gestalt sein, die ich gut kenne und als Begleitung auswähle.

„Ein exemplarisches Beispiel:

Der Herr ist mein Hirte, mir wird
nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen
Aue und führt mich zum frischen
Wasser.
Er erquickt meine Seele.

Er führt mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im
finstern Tal, fürchte ich kein
Unglück, denn du bist bei mir, dein
Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch im
Angesicht meiner Feinde. Du salbst
mein Haupt mit Öl und schenkst mir
voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden
mir folgen mein Leben lang und ich
werde bleiben im Hause des Herrn
immerdar.“
Psam 23

Der 23. Psalm eignet sich für solche Reflexionen besonders gut. An einzelnen Tagen begleitet mich jeweils ein Satz dieses Psalms und ich tauche mit diesem Satz in die Vergangenheit ein. 

„Mein Hirte ist Gott.“ – Woran wird dies deutlich? Gab es in meinem Leben Situationen, in denen andere von mir verlangten, ihnen zu folgen? Wie habe  ich reagiert? 
Welche Bedeutung hatten Mangel und Erquickung in meinem Leben?
Welche Straßen und Wege bin ich gegangen? Kenne ich Situationen, von  denen ich im nachhinein sagen kann: Ich wurde geführt?
Durch welche dunklen Täler musste ich gehen? Wer hat mir damals  beigestanden? Konnte ich damals oder rückblickend sagen: „Du bist oder warst    bei mir!“? Der große Philosoph Immanuel Kant stellte fest: „Ich habe in meinem     Leben viele kluge und gute Bücher gelesen. Aber ich habe in ihnen allen nichts    gefunden, was mein Herz so still und froh gemacht hätte wie die vier Worte aus    dem 23. Psalm: Du bist bei mir!“
Mit welchen Kontrahenten, Gegnern oder gar Feinden hatte ich es meinem Leben zu tun? Wie sind sie mir und wie bin ich ihnen begegnet? Was ist daraus geworden?

Welche Hoffnung erfüllt mich im Blick auf mein Leben?

Zum Pilgern mit dem 23. Psalm vgl. die Ausführungen im Beitrag „Jakobsweg im Vorarlberg.“

Weitere Anregungen

Im Beitrag „Sinnweg – Berner Oberland“ gibt es Hinweise zum Pilgern mit den Seligpreisungen.
Auch das Vaterunser eignet sich für den Lebensrückblick. Die einzelnen Bitten sind für mich „Tagesthemen“.Der Satz von Dietrich Bonhoeffer: „Es gibt erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche“  kann ein Leitwort für einen Rückblick auf die einzelnen Lebensphasen sein und zur Gesamtbilanz anregen.Auch biblische Gestalten wie Abraham oder Jakobus können beim Zurückblicken lebendige Begleiter sein.Zur Gestalt des Jakobus vgl. den Beitrag von Peter Müller: „Unterwegs mit Jakobus – zu sich selbst und zu Gott“.

Der Blick nach vorn

Wer sich in einer Schwellensituation auf dem Pilgerweg begibt, blickt in der Regel - wie bei  „Passageriten“ üblich - zunächst zurück auf das, was bisher war, und dann auf das, was bevorsteht. Auf das Erlebte kann ich zurückblicken. Ich kann mich „er-innern“. Was kommt, bleibt ungewiss. Und trotzdem bin ich genötigt, mich darauf einzulassen und – immer unter dem Vorbehalt der Unverfügbarkeit der Zukunft - Weichen für mein Leben zu stellen. Das gilt auch für diejenigen, die sich nach dem Ausstieg aus dem Erwerbsleben auf den Pilgerweg begeben.

Dies geschieht heute in der Regel in einem Alter, in dem vor ca. 100 Jahren die durchschnittliche Lebenserwartung der Deutschen endete. Damals war der „wohlverdiente Ruhestand“ der „Feierabend“ des Lebens, oft gezeichnet durch Krankheit, Gebrechen und dem Warten auf den Tod. Wer heute aus dem Berufsleben ausscheidet, kann nach statistischer Wahrscheinlichkeit damit rechnen, dass er noch mindestens zwei Jahrzehnte leben wird, vermutlich sogar viele Jahre leistungsfähig und bei guter Gesundheit. Diese Zeit will gestaltet sein. Wie stelle ich mir den Übergang und wie die nächste Lebensphase vor?

Beim Rückblick habe ich mir bewusst gemacht, was ich alles aus der Vergangenheit in die Gegenwart mitgebracht habe. Schon in der Erinnerungsarbeit tauchte vermutlich hin und wieder der Gedanke auf, was die erinnerten Fakten für meine Zukunft bedeuten.
Ich will mir auf dem Pilgerweg Zeit nehmen, darüber nachzudenken:

  • Was kann und will ich abschließen und zurücklassen?
  • Was ist mir so wichtig, dass ich es bewahren und fortführen möchte?
  • Was kam bisher zu kurz?
  • Worauf möchte ich jetzt besser achten und wofür werde ich mir künftig mehr Zeit nehmen?
  • Habe ich Träume für diese neue Lebensphase? Was könnte jetzt erfüllt werden?
  • Was will ich neu beginnen und was ganz anders machen?

Mit welchen Voreinstelllungen und welchen Gefühlen gehe ich nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsprozess auf den Ruhestand zu? Das Neue liegt vor mir. Ich will den Lebensabschnitt gestalten. Was ist mir wichtig? Welche Hoffnungen habe ich? Welche Ängste? Was erwarte ich? Was befürchte ich? Welche Ziele strebe ich an?

Die Antworten auf diese Fragen werden immer auch davon geprägt sein, was ich aus der Vergangenheit in die neue Lebensphase mitbringe und wie mich mein bisheriges Leben geprägt hat.

Es gibt vier typische Möglichkeiten, wie Ruheständlerinnen und Ruheständler auf  den neuen Lebensabschnitt zu gehen. Zu welchem Typ gehöre Ich?

Gehöre ich zu den „Befreiten“?  „….es ist für mich ein völlig neues Leben und ich bin jetzt so glücklich…“

„Ruhestand“ wird als Befreiung erlebt. Zwänge, die vorher bestimmend waren, z.B. der ungeliebte Beruf oder die Mehrfachbelastung als berufstätige Frau fallen weg. Es kann vieles aufgenommen und neu begonnen werden, was zuvor brach lag, nicht möglich war, weil Zeit und Kraft fehlten. Der ermöglichte Freiraum wird dankbar für selbstbestimmtes Handeln genutzt und als „völlig neues Leben“ empfunden. 

Oder gehöre ich zu den „Weitermachern“?  „Ich mache weiter, bis mir der Taktstock aus der Hand fällt.“

Die bisher bestimmenden Lebenslinien werden kontinuierlich weitergeführt. Die „Weitermacher“ haben in ihrer bisherigen Lebensaufgabe Erfüllung gefunden, deshalb wollen sie „einfach weitermachen“, so lange es die Umstände gestatten. Wo es möglich ist, wird die Berufsarbeit möglichst lange weitergeführt.

Bin ich ein „Anknüpfer“?  „…. Ich wusste wohl nicht, aber ich ahnte, dass für mich nach der Pensionierung ein recht arbeitsamer und für mich interessanter Lebensabschnitt käme…“

Die „Anknüpfer“ haben bestimmte Lebenslinien abgeschlossen und stehen vor neuen Aufgaben. Ihr Erfolgsgeheimnis ist die Selbstverpflichtung. Sie entscheiden sich für Aufgaben, die Gestaltungsspielräume eröffnen und als sinnvoll angesehen werden. Sie können an erworbene Fähigkeiten anknüpfen und erleben ihr ehrenamtliches, bürgerschaftliches Engagement als herausfordernd, aktivierend und Lebensglück spendend.

Oder bin ich ein „Nachholer“? „…jetzt kann ich endlich das machen, wofür ich mich schon immer interessiert habe ….“



Eine (verborgene) Lebenslinie wird aufgenommen. Nachholer sind mit dem, was war im Grunde zufrieden. In ihrem Leben gab es keinen so großen Leidensdruck wie bei den „Befreiten“. Doch es gab Interessensgebiete, für die Zeit und Kraft fehlte. Das hat sich geändert. Selbstbestimmt nehmen sie sich Zeit für das, was für sie dran ist. Sie übernehmen Aufgaben, die ihren Neigungen entsprechen.  

 "ankommen"