Aus dem Tagebuch des Pilgers James

Der Höhenzug „Lueg“ liegt vor uns und verspricht einen prächtigen Ausblick auf das Mittelland der Schweiz. Vor uns liegt Burgdorf, die alte Zähringerstadt aus dem Mittelalter. Die Menschen hier wundern sich über unsere Pilgerausrüstung. Sie sind es sich nicht mehr gewohnt und haben längst vergessen, dass hier einst auf mittelalterlichen Märkten auch Pilger anzutreffen waren. Es dürften nicht wenige gewesen sein. Doch heutzutage sind Adrian und ich die Ausnahmen, die Exoten in dieser und anderen Städten. „Schräge Vögel, halt“, antwortet Adrian einem vorlauten Burgdorfer Jungen und blinzelt mir zu. Der Schalk und die Lebensfreude sprühen aus Adrians Augen und entfachen auch in mir das innere Feuer für diesen Pilgerweg.

Zum Nachdenken auf den Weg

"Auf der „Lueg“ geniesse ich die herrliche Sicht auf die Alpen - Wie lange es noch gehen mag, bis die in der Sonne glitzernden Gletscher wegschmelzen?"

Schöpfung und Kosmos laden uns ein den dynamischen Prozess des Lebens wohlwollend zu verinnerlichen. Chaos und Ordnung, Brüche und Ganzheit, Blockierung und Fluss dürfen sein. Verabschiede Dich alltäglich von der einseitigen Vorstellung, das Leben im Griff zu haben – es ist ewig im Fluss.
Pierre Stutz