Aus dem Tagebuch des Pilgers James

Ich wandere in Richtung Stans. Doch obwohl der Weg leicht zu gehen ist, komme ich nur langsam voran. Die Autobahn in Sichtweite lässt mich erahnen, wie bequem eine Wegstrecke im klimatisierten Auto zurückgelegt werden könnte. Stattdessen scheuere ich mir die Füsse auf, trinke lau gewordenes Wasser und bilde mir ein, damit zu mir selbst zu finden. Als würde mein persönliches Pilgern irgendetwas zum Weltfrieden beitragen! Ob ich meine Zweifel aufgeben werde, wenn ich in Stans erst eine passende Herberge gefunden und gut gespeist habe?

Zum Nachdenken auf den Weg

„Auf der Autobahn rasen Autos und Reiseacars mit Touristen die nach Sonne hungern und den Abenteuerkick suchen in den Süden. Oft bleiben sie stundenlang in Stau’s stecken bevor sie sich im Menschengedränge an sandigen Stränden oder in Wellness Oasen erholen können. Trotz der schmerzenden Füsse und des Schweisses auf meiner Stirne, möchte ich nicht tauschen“.  

Welcher Engel wird mich über die Schwelle tragen? Sag, welcher Engel wird es sein, der mir die Asche nimmt aus meinen Kleidern und aus meinem Auge? Welcher Engel wird mir den Schleier – so grau – von meinem Herzen ziehen und es mit seinen lichten Flügeln leis’ berühren? Sag, welcher Engel wird es, wann?
E. M. Leiser

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